Da war er wieder. Ein langweiliger Sonntagabend. Trotz schönstem Wetter gammelte ich mit geschlossenen Gardinen, damit die Bilder auf meinem TV noch zu erkennen sind, auf dem Bett rum.
Ich hatte zwar irgendwie Lust was zu unternehmen, war aber doch zu Faul die Initiative zu ergreifen.
Glücklicherweise erging es mir nicht alleine so und ich wurde angerufen.
Einfach eine entspannte Tour in die Stadt mit dem Fahrrad zu machen war der Plan. Ich willigte ein und nach kurzer Zeit trafen wir uns.
Aus der Stadt wurde kurzerhand Köln Widdersdorf und wir waren auf der Suche nach einem See den man von der Autobahn aus sehen kann. Klingt komisch, ist es auch!
Auf vage Beschreibungen und einer kurzen Analyse der Lage bei „google maps“, fanden wir nach einmaligem Verfahren wirklich den Weg zum See.
Er sollte so Türkis sein wie das Mittelmeer.
Ich hielt das natürlich für völligen Blödsinn. Ein See inmitten Deutschlands, der so klar ist das er Türkis erscheint. Aber natürlich! Ich hab auch schon Pferde in der Apotheke kotzen sehen.

Dornenpflanzen so weit das Auge reichte. Herrlich wenn man mit nichts als Shorts und Flip Flops bekleidet ist. Man kann sich jedes Peeling danach sparen.
Als wir den See von oben durch das Dickicht erahnen konnten, wurden wir erstmal auf eine Ebene geführt, die mit ausrangierten Baggern die Fläche säumten.
Ein zumindest für uns atemberaubender schöner Anblick. Sofort kamen uns Ideen, was man aus diesem Platz alles gestalten könnte. Letztendlich sollte es eine Partylocation werden die Tags- und manchmal auch Nachts- über, als kleiner Bike- und Skatepark genutzt werden kann.
Leider gibt es einen entscheidenden Haken an der Sache, uns fehlt nicht nur das Geld um daraus eine Riesige Outdoor-Partylocation/Bike und Skatepark zu machen, die bei schlechtem Wetter natürlich teilweise überdacht sein muss, zudem fehlt uns das flüssige um das Gelände zu kaufen oder zu mieten.
Schade wie schnell Träume zerplatzen können. Auch wenn dieser Traum noch lange nicht zu Ende geträumt ist. Wer weiß, was in Zukunft noch passiert. Ich könnte ja einen Koffer voll Geld finden oder unverhofft im Lotto gewinnen. Was wirklich unverhofft wäre, da ich gar kein Lotto spiele.
Wir entschieden uns endlich zu dem zu gehen weshalb wir die Dschungelsafari überhaupt unternommen hatten.

Ein Weg der leicht abschüssig war und von Bäumen umringt wie bei einer Allee, führte uns zum Seeufer. Sofort machte sich erstaunen in uns breit. Dieser See war wirklich Türkis und noch dazu so klar das man bis auf eine Entfernung von etwa 30 Metern immer noch alles unter dem See erkennen konnte. Dazu schien es hier obwohl ein ansässiger Angelverein sein Unwesen treibt, unberührt zu sein. Die Fauna gedieh prächtig und ich wurde von einer Libelle verfolgt. Ich finde das der Name „Libelle“ diesem Tier einfach nicht gerecht wird und die Englische Bezeichnung „Dragonfly“, wie die Faust aufs Auge passt. Libellen sind weithin für ihre erstaunlichen Flugeigenschaften bekannt. Sie beherrschen die Lüfte mit ihren Flugmanövern und noch dazu werden sie unverschämt schnell. Bis zu 60 km/h, peitschen sie durch die Luft ohne Rücksicht auf Verluste.
Zurück zum See! Ein paar Erkundungen und Fotos später, wurde ein Entschluss gefasst. Wir müssen in die nahe gelegene Kiesgrube und dort zum See aufbrechen. Gesagt getan. Wir marschierten durch Berge von Kies, und unterschiedlichsten Sandsorten. Wer hätte es gedacht wir verliefen uns und konnten zwar den See von sehr weit oben betrachten, aber das brachte uns nichts, da wir ja ans Seeufer wollten.
Auf dem Weg dahin sammelten wir noch eine Freundin ein, die mittlerweile von unserer Wanderung gehört hat und das miterleben wollte.
Nach einem weiteren Marsch durch die unendlichen Wüsten der Kiesgrube, konnten wir an der gesuchten Oase rast machen. Schön war der zweite See nicht und er schien Giftig zu sein.
Es blubberte und roch leicht nach verwesung.
Um dem ganzen auf die Spur zu kommen, wollten wir auf die Plattform mitten im See.
Ein sehr altes Förderband führte dorthin. Es war übersät von Spinnweben und Vogelkot. Zu allem Überfluss mussten die Holzplanken auf denen wir lang gingen so morsch sein, das manche unter unserem Gewicht durchbrachen. (Deshalb liebe Kinder, macht das nicht nach!!! Lasst lieber mich Idioten so was machen und wenn ich es überlebe kann ich euch ja davon berichten!)
Die Basis in der Mitte des Sees war erreicht.
Mein Kumpel schaffte es irgendwie ein Kranichnest zu entdecken und gleichzeitig „Mama Kranich“ in Aufruhr zu versetzen. Ich hörte nur ein schreien, irgendwelche Laute von dem Vogel und sah einen Riesigen Flügel der sehr Panisch auf dem Boden aufschlug. Mir blieb das Herz stehen. Ich kenne sehr viele Geschichten von Leuten die von Schwänen oder Enten attackiert wurden. Es ist auf jeden Fall nicht Lustig von einer Aggressiven Vogelmutter ins Visier genommen zu werden.
So langsam wie wir den ganzen Tag herumgekrochen sind, so schnell machten wir uns vom Staub, in Panik auf diesem Wackeligen, morschen Holzsteg von der K.A.F. (Kranich Airforce) attackiert zu werden.
Weshalb auch immer, es kam nie zu einem Angriff. Evtl. wurde der Vogel abgeschossen oder hatte Startschwierigkeiten und stürzte in den See. Oder aber, was ich für am plausibelsten halte, war, dass der Kranich genau wusste: „Gegen die da unten habe ich keine Chance also verdufte ich lieber!“
Der restliche Abend verlief sehr ruhig, zu ruhig…immerhin bot er mir genug Stoff für eine neue Geschichte in meinem neu gegründeten Blog!