Was ändern oder nicht?!
„Igitt! Bah, das esse ich doch nicht. Wie kann man denn so etwas lecker finden?!“
Das sind Aussagen die man von Menschen hört die „Exotische“ Fleischgerichte, wie Rinderhoden (was übrigens eine vergessene deutsche Spezialität ist), Affenhirn oder Insekten vorgesetzt bekommen. Nur um einige Beispiele zu nennen.

Dabei kann es nach deren Aussagen, am Geschmack, Konsistenz, Aussehen, Geruch und/oder einfach am Gedanken daran was man zu sich nimmt, liegen.
Dennoch schwören sehr viele auf Fleisch. Es wird regelrecht zelebriert. In manchen Restaurants, kriegt man 3 Kg Steaks vorgesetzt die man in einer Stunde verputzen kann und nichts zahlen braucht. Die Perversionen mancher gehen noch weiter, dass man den Anschein bekommt, derjenige würde am liebsten selbst töten und jagen. Aber nicht nur Tiere. Vermutlich kann so manch einer in seiner „Fleischeslust“, versteckte Aggressionen ausleben.
Mc Donalds und Burger King übertreffen sich Quartalsmäßig mit immer größeren Burgern zu Preisen die keinem Tier gerecht wird.

Wie oft aber kriegen Menschen wirklich Gräuel bei Gemüse. Klar mag man nicht jedes Gemüse. Rosenkohl und Aubergine finde ich z.B. nicht so prickelnd und kenne auch viele denen es genauso geht. Aber das liegt einfach am Geschmack und nicht das man vom Aussehen oder von der Erkenntnis ein Ekelgefühl entwickelt. Manch einer mag auch keine Schokolade oder ähnliches und wird keinen Schauder am Rücken spüren wenn er Schokolade sieht.

Aber es geht noch weiter, viele eingeschworene Karnivore können mit Vegetarieren und Veganern nicht nur, nicht Umgehen, sondern müssen sich weshalb auch immer hervortun und den pflanzlichen Lebensstil schlecht machen. Mit Hanebüchenen Argumenten wie, Mangelernährung, die letztendlich zum Muskelabbau und Haarausfall führt wenn man auf Fleisch verzichtet, werden „Veggies“ am häufigsten mit konfrontiert. Wer Vegetarier und Veganer für zu schwach hält, kann sich ja mit Patrik Baboumian messen, der seit 2006 Vegan lebt und anstelle einer Muskelschwächung einen Muskelaufbau verbuchen konnte.
Es gibt auch pflanzliches Eiweiß. Was im übrigen besser vom Körper aufgenommen und verarbeitet wird als tierisches.

Ein schönes Zitat von http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001378, zeigt den unfassbaren Schwachsinn den manche Zoophagen wirklich glauben und ihren Lebensstil damit erklären.: „Dabei ignorieren die fleischlosen Vordenker völlig, dass der, der keine Tiere essen will, auch nicht will, dass sie leben. Die rund 26 Milliarden Exemplare an Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel auf der Welt gibt es ja nur, weil der Mensch ihnen Ställe baut und sie füttert. Wie sähe denn in einem vegetaristischen Zeitalter Urlaub auf dem Bauernhof aus? Ohne Kälbchen, ohne Ferkel, ohne Kühe auf der Weide, ohne Gänse, Enten und Hühner. Dafür mit Folienfeldern und Monokulturen aus Salat, Soja und Getreide?“

Niemals würde ein Vegetarier sagen: „Da ich nur Pflanzen esse, braucht es keine anderen Tiere zu geben. Sie sind ja nutzlos für mich und deshalb sollte man den frei gewordenen Platz auf Weiden dafür nutzen um mehr Monokulturen anzupflanzen.“ Das entspricht nämlich voll und ganz der Mentalität vieler Fleisch(fr)esser. Es wird nicht nur im obigen Zitat deutlich, sondern auch die Klassifizierung von Nutztieren zeigt dies klar. Tiere werden nicht mehr als Lebewesen, sondern als Ressource gesehen. Wer mir jetzt damit ankommt, Pflanzen haben auch Empfindungen, sollte sich besser nochmal informieren.

Vegetarieren und Veganern geht es vor allem darum, sich nicht am Leid der Tiere zu bereichern, vor allem da es mittlerweile immer bessere Alternativen gibt um sich zu ernähren, zu Kleiden etc. Schweine, Kühe und so fort sind für Vegetarier und Veganer gleichwertig mit Hunden und Katzen die viele zu Hause halten und als „Freunde“ bezeichnen. Keiner möchte seinen Hund auf dem Teller sehen und verspeisen. (Es wird wahrscheinlich kranke geben die das wollen, ich spreche hier aber von der Mehrheit.) Egal welche Art von Nutztier, sie alle haben Empfindungen und können schmerzen sehr wohl spüren.
Mittlerweile ist die Wissenschaft sogar zur Erkenntnis gelangt, was viele Kinder seit Jahren (wenn auch durch Intuition) vermutet haben, dass Fische schmerzen spüren.
Darin äußert sich die Überheblichkeit und Ignoranz des Menschen, diesen Tieren das einfach abzusprechen und somit die barbarischen Methoden die der Fischfang beinhaltet zu rechtfertigen. Das ist lediglich die Spitze des Eisbergs.

Der Geruch mancher Fleischprodukte ist für viele Konsumenten so unangenehm, das als Beispiel wenige Tage alte Ferkel ohne Betäubung kastriert werden, da die Kosten für ein Narkotikum zu hoch seien und sich für den Bauern nicht rentieren, in dem Bewusstsein den Tieren unsägliches Leid hinzuzufügen. Vgl.: http://www.welt.de/wissenschaft/article117413914/Hoden-werden-ohne-Betaeubung-herausgeschnitten.html

Wie krank ist das bitte?! Was oft als Höchststrafe von der allgemeinen Bevölkerung für Kindervergewaltiger verlangt wird. Darüber kann man sich auch streiten, was aber hier nicht Sinn der Sache ist, ist für unschuldige Ferkel normale Handhabe, und weshalb das ganze?! Um den Kunden ein „schmackhaftes Stück Fleisch, das keinerlei Ähnlichkeit mit dem Ausgangsprodukt hat, vorzusetzen. Eine ebenfalls gute Strategie der Fleischindustrie um erst erwähnte Punkte von Geruch, Aussehen usw. zu überdecken, und damit Kunden leichter zu gewinnen und zu festigen, ist die äußerliche Veränderung, die natürlich auch praktikable Gründe hat, aber gerade Kindern in Form von Chicken Nuggets, Fischstäbchen, Würstchen und vielen anderen Erzeugnissen, eine Fleischsensibilisierung ermöglicht. Das Fehlen von Gliedmaßen, inneren Organen und Augen, lässt das Stück tote Tier auf dem Teller nicht so eklig erscheinen und sogar appetitlich wirken. Gespickt mit allerlei Aromen, Gewürzen, Panaden, Marinaden und es was nicht gibt, schmeckt es vielen sogar sehr gut.

Dasselbe kann man übrigens auch mit Soja und Tofu machen und viele schmecken den Unterschied zu Fleisch nicht. Oben erwähnte Produkte sind jedoch meist teurer. Sprich unattraktiv für den „Geiz ist Geil-deutschen“, der beim Discounter Stolz darauf ist wie viel Geld er beim Essen gespart hat und damit sich endlich ein neues Auto, Smartphone, was auch immer leisten kann.

Die Perversionen des Menschen kennen also keine Grenzen.
Nicht nur die industrielle Zucht und Verarbeitung der Tiere, die dazu folgt das es 26 Milliarden „Nutztiere“ gibt, die unter Umständen leben und gequält werden um billiges Fleisch für die Massen zu herzustellen, die Einbindung unserer kleinsten, sowie die Rechtfertigung des ganzen, zeugt von wenig bis gar keiner Empathiefähigkeit.

Jegliche Gegenargumente eines karnivoren Lebensstils, die durch zahlreiche Wissenschaftliche Studien fundiert sind, werden durch unsinnige Halbwahrheiten ins lächerliche gezogen.
Oben wurde die These der verminderten Eiweißzunahme bereits widerlegt.
Das Argument der Evolution wird dann häufig vorgebracht. „Da der Mensch ein Allesfresser ist, gehört und gehörte Fleisch schon immer zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Ohne Fleischverzehr hätte das Gehirn niemals ausreichend Nährstoffe erhalten um sich weiterzuentwickeln und Höchstleistungen zu betreiben.“
Nun gut, dem stimme ich sogar teilweise zu, da es in der Eiszeit ohne Landwirtschaft einfacher und Energieeffizienter war, Tiere zu erlegen als Pflanzen zu sammeln.
Jedoch kann dieses Argument für unsere heutige Zeit nicht mehr gelten. Nicht nur das hier fast niemand selbst sein Tier in einer Hetzjagd mühsam erlegt und deshalb dringendst Kalorien braucht, daneben stehen uns der Landwirtschaft sei Dank, Massen von pflanzlichen Gütern zur Verfügung.

Darüber hinaus stellt sich die Frage ob man etwas für richtig und gut erklären kann nur weil es schon immer so war, auch wenn es gar nicht immer so war.
Als die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau betreiben konnten, änderte sich die Ernährung vieler zu einem Fleischlosen leben. Es gab damals nur bei besonderen Anlässen Fleisch, wenn überhaupt. Das zog sich lange über Jahrtausende so hin, bis die Industrielle Massentierhaltung ihren Anfang nahm und Fleisch für jedermann erschwinglich wurde.

Kommen wir aber zurück zur Frage ob etwas gut ist, nur weil es das scheinbar schon immer gab.
Leute die so argumentieren, müssten dann auch Morde, Kriege, Folter, Vergewaltigungen, Genozide und Raubüberfälle gut heißen, da es diese ja schon immer gab. Wenn dem so ist, viel Spaß beim gegenseitigen abschlachten.

Dem Großteil sollte es aber nicht so ergehen und diese sollten auf die Missstände angestoßen werden.

Es scheint vielen Menschen schon Unbehagen zu bereiten, Fleisch zu essen. Dennoch ist es in unserer jetzigen Gesellschaft bequemer keinen Omnivoren Lebensstil zu haben, sondern wie der Rest den Fleischkult zu erhalten, zu leben und sich damit zu identifizieren. Vielmals wird die Frage woher das Essen stammt, gar nicht gefragt. Bei manchen aus Angst vor der Wahrheit, bei anderen aus Ignoranz oder fehlendem Interesse.
Manche wissen allerdings von den Verhältnissen unter denen Masttiere leiden müssen und würden gerne etwas ändern aber der Geschmack eines Burgers oder das Grillen mit Freunden im Sommer halten sie davon ab, selbst auf Fleisch zu verzichten.

Ein reines Gewissen versuchen viele dann durch die vermeintlichen „Bio-Produkte“ zu bekommen oder durch den Besuch beim Metzger nebenan oder gleich beim Bauernhof um die Ecke.
Genau, wie viele Städter haben denn einen Bauernhof um die Ecke? Vermutlich nicht ganz so viele. Würden Tiere unter passablen Bedigungen leben, die Fläche reichte nicht aus um alle genügend, gar im Überfluss zu versorgen.

Das alles hört sich leider sehr missionarisch an, was ich wenn möglich versuche zu vermeiden, da ich es auf beiden Seiten schlimm finde einem anderen die Meinung vorzugeben.

Mir ist es trotzdem wichtig einen kleinen Beitrag zur Aufklärung über unsere Ernährung zu liefern. Die Entscheidung liegt natürlich bei jedem selbst.

Bewaffnet euch mit Wissen!